Wie dir bessere Fotos für deine DIY Anleitung gelingen.




Do it Yourself und Selbermachen wird immer mehr zum Trend.
Es wird fleißig in Eigenregie gehämmert und gebaut, gefaltet und geklebt, was das Zeug hält.

Immer mehr wollen wieder lernen, die Dinge selbst herzustellen und wissen individuell Selbstgemachtes zu schätzen.

Unzählige Blogs und Netzwerke zeugen davon. Was aber macht denn einen guten DIY Beitrag und eine gute Anleitung aus? Neben der Idee natürlich? Richtig - es sind die Bilder.
Nachvollziehbare Schritt für Schritt Bilder und ein ansprechendes "Aufmacherbild" das zum Nachmachen animiert.

Was man dabei beachten sollte, welches Bearbeitungsprogramm ich verwende und wie man sich einen einfachen Reflektor selber baut, verrate ich euch in meinen Tipps.




Der Fotograf macht das Foto, nicht die Kamera.

 

Die Ausrüstung

Um die liebevoll gestalteten Ergebnisse für den Blog am besten in Szene zu setzen, braucht es keine teure Profi-Ausrüstung.

Ich fotografiere seit ich blogge mit einer Nikon. Gestartet habe ich mit der D7000, die ich im letzten Jahr mit einem der Nachfolgemodelle, einer D7200 ergänzt habe. Ich nenne sie immer ganz zärtlich meine Babys und ernte nicht selten dafür spöttisches Grinsen meiner Verwandtschaft.

Für den typischen (Blogger) Bild-Look mit geringer Schärfentiefe verwende ich eine  50mm Festbrennweite . Ein kostengünstiges und vor allem für Anfänger ideales Objektiv mit hoher Lichtstärke und einer Blende von 1,8 oder noch geringer.



geringe Tiefenschärfe dank offener Blende 2,8 und 50mm Festbrennweite


Licht, jede Menge Licht!

Und zwar am besten Tageslicht.
Für knackig scharfe Bilder baut ihr euer Setting am besten direkt vor dem Fenster auf und vermeidet direktes Blitzlicht. Wenn ich Shootings im Winter plane und es zu dunkel ist, greife ich schon mal auf eine Fotolampe zurück.

Wo Licht hinfällt, da entsteht auch Schatten
Fotografiert ihr direkt vor einem Fenster, entsteht Seitenlicht und wirft ungewollte Schatten auf das zu fotografierende Produkt. Um das zu verhindern, verwende ich einen Reflektor.
 
Tipp: Einen Reflektor könnt ihr euch mit einfachen Mitteln auch selber bauen: Einfach eine dünne Platte Sperrholz oder einen dicken Karton (ich habe 50cm x 70cm verwendet) und ganzflächig mit Alufolie bekleben.



selbstgebauter Reflektor mit Alufolie


Hinter- und Untergrund

Im Gegensatz zu rustikalen Food-Shootings, wo man gerne auf altes und verwittertes Holz zurückgreift und auffällige Textilien verwendet, gilt es bei Anleitungsbildern einen möglichst stillen und ruhigen Hinter- und Untergrund zu wählen, der sich neutral verhält und nicht vom Motiv ablenkt.

Schritt für Schritt Bilder

Wer gerne ein DIY nachbasteln möchte, ist dankbar über viele abgelichtete Einzelschritte. Das ist, wenn man alleine fotografiert, nicht immer so einfach. Abhilfe schafft da ein kleines Stativ und ein Infrarot Fernauslöser, der sich auch wunderbar für Selbstporträits eignet, insofern ihr die macht. ;-)

Alles eine Frage des Blickwinkels 

Nichts wirkt stärker auf ein Bild ein, als die Perspektive aus der man das Bild schießt.
Mit der Zeit bekommt man ein ganz gutes Gefühl für Proportionen und Formen, für Licht und Schatten und wo genau die Schokoladenseite eines jeden Motivs ist. Es lohnt sich auf jeden Fall, ein wenig zu experimentieren, ob die Aufnahme direkt von oben oder von vorne, die Tasse vor dem Buch, die Vase hinter der Kerze etc. nicht das interessantere Gesamtbild ergibt.

Keep it simple 

Geschmacksache, aber auch meine ganz persönliche Erfahrung:
Die besten Bilder entstehen für mich oft, wenn ich Dinge einfach weglasse.
Überlädt man die Szene nicht zu sehr , ist es für den Betrachter viel angenehmer.
Nicht selten nehme ich den Setaufbau noch einmal komplett auseinander, um es ein weiteres Mal reduzierter aufzubauen. Überlegt euch konkret auf welches Element ihr den Schwerpunkt setzen möchtet und um diesen Punkt herum baut ihr dann euer Bild auf. 

Aber auch als Solist kann ein Motiv glänzen, wie das Bild unten zeigt. So kommt die schöne Marmorierung, die man durch den Nagellack erzielt, besonders schön zur Geltung.


Mit Nagellack marmorierte Tasse


Nachbearbeitung

Bildbearbeitung ist kein Hexenwerk sondern lediglich Übung!
Ich selbst habe jahrelang meine Bilder ausschließlich mit dem kostenlosen Programm Photoscape bearbeitet. Hin und wieder nutze ich es auch immer noch, insbesonders wenn es um das Erstellen von Bild Collagen geht.
Da ich mittlerweile im RAW Format fotografiere, bearbeite ich meine Bilder mit Adobe Lightroom.
Ein kreatives Tool, wenn man sich erstmal die Zeit genommen und sich damit auseinandergesetzt hat.

Sehr hilfreich fand ich dafür die vielen Lightroom Tutorials auf You Tube und auch Vera von Nicest Things hat HIER ein sehr gutes Tutorial zur Bildbearbeitung geschrieben.

Nutze RAW als Rohdiamanten  
Wenn ihr die Möglichkeit habt im RAW Format zu fotografieren, nutzt sie.
In der RAW Datei steckt ein Vielfaches an Bildinformation und erleichtert euch die anschließende Bildbearbeitung um ein Vielfaches.




Einstellungssache

Grundsätzlich könnt ihr drei Einstellungen vornehmen, die euer Bild beeinflussen.
Allzu tief in die Materie möchte ich aber nicht gehen, das können andere bestimmt viel besser, nur soviel:

  •  Die Belichtungszeit ist die Zeit, in dem die Kamera ihre Blende offen lässt. Je länger die Belichtungszeit ist, desto länger fällt Licht auf den Sensor. Ein wichtiger Punkt bei der Bildgestaltung, denn sie entscheidet darüber, ob man unverwackelte Bilder aus der Hand erzeugen kann und wie stark Motive, die sich bewegen, verwischt dargestellt werden (zB. fließendes Wasser).
  • Je niedriger ihr die Blendenzahl an eurer Kamera einstellt (bei meiner Festbrennweite ist das 1,8), desto unschärfer wird der Hintergrund und umso mehr wird euer Motiv hervorgehoben. Auch der Abstand zum Objekt spielt dabei eine Rolle. Je näher ihr dran seid, je unschärfer wird der Hintergrund.
  • Die ISO Zahl solltet ihr ebenfalls relativ niedrig halten, damit kein unschönes Rauschen entsteht.


Aber all die vielen Regeln und gutgemeinten Tipps nützen nichts, wenn es an der Leidenschaft für das Fotografieren und dem Gefühl für die Kamera fehlt. Ich fotografiere selbst ganz oft, ohne groß darüber nachzudenken und lasse Setups ganz intuitiv entstehen.

Macht euch keinen Druck, dann kommen die schönsten Bilder von ganz alleine.


Ich wünsche euch viel Spaß dabei!
Rebecca 





Kommentare :

  1. Danke, Rebecca! Deine Tipps sind gold wert und man kann so etwas nicht oft genug lesen. Ich übe fleißig weiter, um immer besser zu werden...;.)
    Liebe Grüße, Rahel

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    1. vielen dank, liebe rahel!
      schön, wenn dir der ein oder andere tipp weiterhilft.

      viel erfolg und vor allem freude beim üben! ;-)

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  2. Sehr gut und ich kann nur zustimmen! Würde fast alles auch so schreiben! In RAW habe ich jetzt erst angefangen zu fotografieren, bearbeite es in Photoshop, geht auch ganz gut, finde ich. Collagen mache ich ebenfalls in Photoscape! Die Lampe hab ich auch, ich komme aber mit ihr noch so klar. Super ist das mit dem Reflektor, das versuche ich mal. Mist, gerade heute war ich im Baumarkt.
    LG
    Tinka

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    1. ja, der (selbstgebaute) reflektor macht wirklich einen großen unterschied. leider hab ich dazu gar kein vergleichsbild gemacht, aber vielleicht hol ich das noch nach.

      ich bin auf jeden fall schon mal auf deine erfahrungen damit gespannt. :-)

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  3. Sehr interessant, liebe Rebecca! Und so viele Tipps und Details. Was das Fotografieren betrifft, so lernt man hierbei sicher nie aus ;-) Deine Bilder jedenfalls mag ich sehr!
    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende,
    Sabine

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    1. danke dir, liebe sabine.
      ich wünsche dir einen guten start in die woche!

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  4. Hallo Rebecca,

    oha, ich hab´s bis zum bitteren Ende gelesen :)
    Und ich werde versuchen einiges davon umzusetzen. Vielen lieben Dank für die aufwändige Erklärung. Ich brauche, glaube ich, als erstes einmal ein Stativ....
    Ganz lieben Gruß
    Tanja aus dem Hutzelhaus

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    1. danke tanja, das find ich wunderbar! dann hat sich der aufwand meinerseits ja gelohnt. ;-)

      liebe grüße zurück!

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  5. Super!
    Vielen Dank für die Tipps. :-)
    Liebe Grüße
    Anette

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  6. Liebe Rebecca, vielen lieben Dank für diese hilfreichen Tipps. Da ich ganz neu auf diesem Gebiet bin, bin ich über jede Info dankbar. Deine Fotos sehen aber auch immer wunderschön aus.
    LG Mona

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  7. Hi Rebecca,
    ich bearbeite meine Fotos ausschließlich mit Photoscape und ich komme eigentlich sehr gut damit klar. Ich kenne natürlich nicht den Unterschied und wüsste jetzt echt zu gerne wie meine Fotos mit RAW und Abdobe aussehen könnten. Aber über 100 Euro für ein Programm ausgeben?! Dafür bin ich echt zu geizig. :-) Aber neugierig wäre ich schon. :-)
    Liebe Grüße, Bianca

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    1. hallo bianca,
      ich habe damals auch lange überlegt, ob ich mir lightroom anschaffen soll. photoshop mit seinem mächtigen bearbeitungswerkzeug kam jetzt für mich weniger in frage.
      die investition in lightroom bereue ich aber nicht, ganz im gegenteil! es ist ja auch nicht nur für die bildbearbeitung geeignet, sondern auch eine hilfreiche und praktische verwaltungsmöglichkeit und zudem wie oben schon geschrieben ein raw konverter.

      die raw datei selbst hat gegenüber dem jpg format schon einige vorteile. etwa die besseren korrekturmöglichkeiten bei über- und unterbelichtungen oder bei hohen kontrasten. das heißt, dass sich details aus viel zu dunklen und zu hellen bereichen heraus wiederherstellen lassen. ist bei sehr schlechten lichtverhältnissen zb ganz nützlich. ;-)
      ein nachteil ist definitv, dass das format sehr speicherintensiv ist. aber das thema raw würde, glaube ich, einen eigenen blogpost füllen, so vielfältig ist es. ;-)

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    2. Ich fotografiere auch nur im RAW Format... man muss das Geld für teure Programme aber nicht ausgeben, wenn man nicht möchte. Ich nutze zum Beispiel die Nikon eigenen Programme, mit denen kann man bereits vieles aus den Bilder heraus holen!

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  8. Liebe Rebecca, vielen Dank fürs teilen - man kann noch soviele tutorials lesen, aber so schön reduziert aufs Wesentliche hab ich noch nirgends gefunden...herzlichen Dank dafür!!! Da hat man gleich Lust, alles auszuprobieren...wenns nur nicht schon so dunkel wäre ;((
    Liebe Grüße Kathrin

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    1. danke kathrin und ich wünsch dir viel freude dabei!

      wie gut, dass die tage nun langsam auch wieder länger werden und uns wieder mehr zeit für tolle blog-fotos bleibt. :-)

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  9. Tolles Tutorial. Mein Problem ist grundsätzlich das Tageslicht. Speziell jetzt im Winter. Bis ich von Arbeit komme ist es oft zu dunkel zum Fotografieren. Und ich kann und will auch nicht immer bis zum Wochenende warten ... meine DIY Projete müssen gleich nach Fertigstellung dokumentiert werden. Sonst werde ich ganz hibbelig und das Nächste wartet ja schon. Und so fotografiere ich im Haus und muss - trotz Fotolampe und selbstgebautem Reflektor (ich habe auch einen :))viel viel mit Photoscape nacharbeiten und aufhellen, Kontrast neu setzen, Tiefe verändern und und und. Aber das macht ja auch Spaß. Und ... ich wünsch' mir eine richtige Kamera.... Seufz. Gut Ding will eben Weile haben.
    Herzlichst vonKarin

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  10. Toller Artikel! Da waren einige hilfreiche Dinge dabei - vielen Dank :)

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  11. Liebe Rebecca,

    Ganz lieben Dank für deine Tipps! Obgleich ich immer schon gerne fotografiert habe und auch gerne im Photoshop arbeite, finde ich schöne Blogfotografie nach wie vor recht schwer. Somit vielen lieben Dank für all deine Tipps!

    Liebe Grüße
    Susanne

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  12. Danke für die tollen Tipps und schön, dass ich dich gefunden habe. Ich schaue mich noch ein bisschen um und trage mich gleich mal als Leserin ein!

    Greetings & Love
    Ines

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  13. Liebe Rebecca, ich war tapfer ;) danke für die tollen Tipps-ich muss mir nun mal die ganzen Regler an meiner Kamera vornehmen und ausprobieren, wie es sich mit anderen Einstellungen fotografiert. Ich bewundere immer die Klarheit deiner Bilder-die sind wirklich unschlagbar ♥
    Hab einen feinen Wochenanfang!
    LG, Lilli

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  14. Huhu Rebecca
    Das mit Alureflektor ist ein super Tipp. ..danke dafür.
    Liebste grüße janine

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  15. Hey - super Tipps und wenn es hier schon um Fotos geht, dann muss ich dir auch unbedingt mal sagen, dass deine Bilder mega toll sind. Ich mag deine Fotos echt sehr gerne - bzw. deinen ganzen Blog. Wirklich schön ! Du hast immer so tolle Ideen und setzt diese auch noch total schön um! Danke fürs Teilen deiner Kreativität!
    Gruß Dani

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  16. Liebe Rebecca,

    Danke für die tollen Tipps :-) Den Reflektor werd ich mir umgehend bauen :-) Danke Dir.


    Viele liebe Grüße, Brigitte

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  17. Bis zum Ende durchgelesen. Super Artikel. Mal schauen was ich umsetzen kann. Am liebsten Tageslicht zum Fotografieren. Aber jetzt im Winter nicht immer so leicht und bei Tischdekorationen manchmal eine richtige Herausforderungen. Aber die Hauptsache: Der Spaß bleibt nicht auf der Strecke. Liebe Grüße von mir Birgit

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  18. Sehr verständlich und auf den Punkt gebracht!
    Danke dir für die Tipps!

    Liebe Grüße aus Wien!
    Sonja

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  19. Vielen Dank für den Tipp zum DIY Reflektor - den werd ich doch glatt mal basteln ... Im Moment tut es mir meine kleine Panasonic Lumix DMC-XS1 ;) mit etwas Bildbearbeitung, Perspektivenvarianten bin ich eigentlich ganz zufrieden ;) ... ich hab also noch läuft nach oben :)

    Liebe Grüße
    Britta (Back.Koch.Jenuss & geniesserle.com)

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  20. Die Tipps sind super, stimme dir auch absolut zu!

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  21. Deine Bilder sind wirklich immer richtig schön. Ich bewundere dieses jedes mal wieder aufs Neue. Danke für deine Tipps. Davon werde ich sicherlich noch das ein oder andere umsetzen.
    Liebe Grüße,
    Christina

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